Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback


http://myblog.de/menschmaschine

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Blade Runner 2

Zu Ehren Philip K. Dicks schrieb K. W. Jeter nach und nach Fortsetzungen, basierend auf dessen Roman Do Androids dream of Electric Sheep?.  Blade Runner 2: The Edge of Human wurde 1995 veröffentlicht und führt das Erbe weiter, wobei viele Handlungsstränge aus dem Film Blade Runner von Ridley Scott stammen und sich mit wenigen Handlungen aus dem Roman überschneiden und vermischen. Allein diese Tatsache ist schon ein wenig enttäuschend, denn eigentlich hätte man als Leser erwartet, eine Ode an Dick zu lesen. Doch schon am Schreibstil erkennt man, dass sich Jeter eher an den Film hält. Seine Beschreibungen sind so bildhaft wie die Szenenbeschreibung für einen Film und erschwert das lesen enorm, da nichts der Fantasie des Lesers überlassen wird. Jeter hat anscheinend vergessen, dass gerade das eine von Dicks vielen Talenten war, über Dinge zu schreiben die man nicht kennt, und trotzdem keine unnötigen Zeilen darauf zu verschwenden sie zu beschreiben. Mit wenigen Beschreibungen hat er es immer geschafft den Leser in seine Welt zu versetzen und ihm genug Raum gegeben um seine Fantasie schweifen zu lassen. Doch in diesem Roman wird man mit etwas fahlen Tatsachen konfrontiert.

 Deckard ist geflüchtet und hat seine Angebetete, Rachael in einen Tyrell Transport Container gepackt um ihr Ablaufdatum zu verlängern. Nur ab und zu lässt er sie hinaus und verbringt Zeit mit ihr in einer kleinen Hütte außerhalb der Stadt. Plötzlich taucht eine Frau auf, die genauso aussieht wie Rachael und erklärt dem verwirrten Deckard sie sei Sarah Tyrell, menschliche Nichte von Eldon Tyrell und jetzt Eigentümerin der gesamten Tyrell Corporation. Sie „bittet“ ihn den „vermissten“ sechsten Replikanten zu jagen und zu vernichten. In einem etwas zu langen Gespräch erklärt sie ihm, dass die U.N. eigentlich Schuld an dem Aufstand der Replikanten ist und nun alles der Tyrell Corp. in die Schuhe schieben will. Um das zu erreichen versuchen sie alle Blade Runner zu töten um der Welt zu beweisen, dass auch die Blade Runner es nicht mehr schaffen, Replikanten unter Kontrolle zu halten. Von da an verstrickt sich Jeter in Komplikationen die man wirklich nur verstehen kann, wenn man Blade Runner mehrmals gesehen hat. Mit Philip K. Dicks Roman hat das nicht mehr viel zu tun.

Dave Holden, der im Film verletzte Blade Runner, wird von einer Roy Batty Kopie aus dem Krankenhaus entführt und von ihm am Leben erhalten. Roy Batty wurde ebenfalls auf den sechsten Replikanten angesetzt. Es stellt sich heraus, dass es immer schon Replikanten gegeben hat, die andere Replikanten unter Kontrolle halten sollen. Roy Batty schafft es mit dieser Aussage Holden davon zu überzeugen, dass alle Blade Runner Replikanten sind, also auch Holden selbst. Batty bricht in Deckards Wohnung ein, da er davon ausgeht dass Deckard der sechste Replikant ist. Doch Holden setzt ihn außer Gefecht und findet Deckard in der „Aufnahmestation“ für Blade Runner. Er will mit ihm zusammen den sechsten Replikanten suchen, Deckard lehnt ab.

Währendessen bricht Deckard ins Hauptquartier der Polizei ein. Er findet heraus, dass Bryant tot ist und flüchtet in die „Aufnahmestation“ für Blade Runner. Zufällig versteckt sich dort auch Sebastian, der gerade dabei ist Pris „wieder zu beleben“, welche Deckard gleich attackiert. Sarah taucht auf, vernichtet Pris und „überzeugt“ Deckard mit ihr zu kommen. Holden, der die ganze Situation teilweise beobachtet hat, kombiniert falsch, glaubt dass Sarah und Deckard Sebastian getötet haben, weil Deckard ein Replikant ist.

In dem Tyrell Gebäude angekommen kommt Deckard frei. Er kehrt zurück zur Aufnahmestation und läuft dort Holden und Batty in die Arme, die ihn sogleich anfallen. Im Kampf entwickelt Batty übermenschliche Kräfte wodurch Holden begreift, dass Batty der sechste Replikant sein muss und erschießt ihn. Ohne Holdens Verdacht zu bestätigen, kehrt Deckard zurück zur Tyrell Corp. um die dort schlafende Sarah zu töten, wird dabei jedoch von einem Video unterbrochen, welches Sarahs Gesicht zeigt. Das Video erklärt, dass Rachael die schlafende Frau ist. Deckard begreift, dass es keinen sechsten Replikanten gibt, und Sarah das ganze nur injiziert hat um die von ihrem verhassten Onkel aufgebaute Firma zu zerstören. Die von der U.N. in die Wände eingebauten Sprengstoffkapseln werden aktiviert und Deckard flieht mit Rachael. Mit falschen Ausweisen flüchten die Beiden auf eine Kolonie. Zurück bei der Polizei, forscht Holden ein wenig nach, besichtigt Deckards alte Hütte und findet dort den Tyrell Container mit der toten Rachael darin. Es ist also Sarah, die mit Deckard auf die Kolonie geflüchtet ist.

Schon bei der Zusammenfassung des zweiten Teils steht man vor einigen Schwierigkeiten. Zuerst einmal ist die Geschichte sehr verstrickt und wird nur sehr oberflächlich erklärt. Ohne den Film gesehen zu haben, ist es ein Ding der Unmöglichkeit die Fortsetzung zu verstehen. Die Handlung wirkt stark konstruiert und „filmhaft“ genauso wie Jeters Schreibstil. Als Eigenständiges Werk, hätte es wohl keine Chance gehabt, da es weder durch literarische Kreativität, noch durch interessante Handlung glänzt.

 

 

Literaturverzeichnis:

Jeter, Kevin W., Blade Runner Die Rückkehr, München: Heyne 2004

 

9.6.09 22:19
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung