Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback


http://myblog.de/menschmaschine

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Die Künstlichkeit auf dem Vormarsch

Wie unsere Welt gefühlskalt wird.

 

Nachdem wir uns im letzen Blogeintrag mit der Bedrohung durch Robotersoldaten in Kriegssitationen à la „Second Variety“ befasst haben, möchten wir nun mit weiteren Neuerungen der Robotertechnologie auf die nächste Problematik überleiten: der Künstlichkeit von Tieren und deren Bezug zum Menschen beziehungsweise der menschliche Bezug zu künstlichen Tieren.

Laut www.spiegel.de wird in naher Zukunft ein Hund eingesetzt werden, der Soldaten bei der Kriegsführung unterstützen könnte. Diese Maschine wird, eigentlich sehr atypisch, auf vier Beinen laufen können und für den Munitionstransport eingesetzt werden. Das „Tank-automotive and Armaments Command“ (Tacom) hat zwei amerikanischen Unternehmen 2,25 Millionen Dollar für die Entwicklung dieser Roboterhunde gesponsert. Bilder der ersten Entwürfe stehen schon zur Verfügung. (siehe: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,grossbild-320649-281555,00.html) Nun steht man allerdings vor einigen grundsätzlichen Problemen. Zum einen ist es für die heutige Wissenschaft sehr schwierig einen Roboter herzustellen, der tatsächlich die Balance auf vier Beinen halten kann anstatt sich auf Rollen seine Wege zu bahnen. Zum anderen ist diese Roboterdogge sehr schwer und wird deswegen ein großes Problem haben, sich mit genügend Strom versorgen zu können. Ein auf den Rücken geschnallter Motor würde Abhilfe schaffen aber gleichzeitig die Transportkapazität verringern.

Das größte Problem allerdings bereitet den Wissenschaftlern der künstliche Sehsinn. Für uns ist es relativ unproblematisch im freien Raum Dingen aus dem Weg zu gehen. Da Roboter jedoch im Normalfall keinen oder nur eingeschränkten Sehsinn haben, stoßen sie schon bei den kleinsten Hindernissen buchstäblich an ihre Grenzen. Um den Roboterhunden nun ausreichende Sehfähigkeit zu verleihen, kooperieren die Unternehmen nun mit Larry Matthies der für den Bau der Orientierungseinheiten der Nasa-Roboter zuständig war.

Uns erinnern diese Roboterhunde schon sehr stark an die „Claws“ in „Second Variety“. Wir sind erstaunt und in gewisser Weise beunruhigt darüber, dass die heutige Generation dieser Roboter nicht mehr viel braucht um auf die Stufe dieser Killer in der Kurzgeschichte zu avancieren.

 

Nun aber zu einem ganz anderen Hund, der auch schon im freien Handel erhältlich ist: „Waldi“- der Roboter Spielzeughund. Dieser Hund ist, anders als die vorher beschriebene Drohne auf dem ersten Blick ungefährlich und soll Singles und alle anderen einsamen Menschen über ihre Einsamkeit hinweghelfen.

Dieser Punkt war für die Universität Erfurt so interessant, dass sie eine Studie mit dem Namen „Wireless Artificial Dog Inspection“ ins Leben gerufen hat. Diese Studie untersucht das soziale Netz, welches sich zwischen den Menschen und einer Maschine, in diesem Fall dem künstlichen Hund „Waldi“ aufbauen kann.

Der Roboter Selbst befindet sich bereits in der dritten Generation und wurde von der Firma Sony gebaut. Durch die ständige Weiterentwicklung verfügt er schon über einen so genannten „Suchinstinkt“ der ihn immer wieder zu einem Menschen tapsen lässt, einem „Bewegungs- und Schlafinstinkt“ und einen automatischen „Ladeinstinkt“ der ihn schon ziemlich nahe an das Verhalten eines echten Hundes herankommen lässt.

Wieso sind diese Roboter aber so beliebt? Wir haben für uns die These aufgestellt, dass unsere Generation (und die folgenden) nicht mehr wirklich fähig sein werden, echte Beziehungen aufzubauen. Die Emotionen werden also ihren Wert verlieren. Da kommen uns künstliche Tiere und Menschen gerade recht. Sie sind pflegeleicht, machen keinen Dreck und man kann sie ausschalten wann immer man es für richtig hält. Wieso wird es uns aber immer schwerer fallen Beziehungen zu etwas Lebendigen aufzubauen?

Nun zum einen ist der Mensch von Natur aus eher faul. Ein Roboter verlangt uns weit weniger ab als ein lebendiges Wesen und das gefällt dem Menschen. Wir glauben allerdings, dass ein großer Teil der Schuld an den technischen Fortschritt gehen wird. Unser Leben wird sich durch die Überzahl an technischen Komponenten derart verkomplizieren, dass wir uns einfach nicht mehr auf Beziehungen konzentrieren werden können.

Kommt der Mensch also ins straucheln? Kommt er mit dem ganzen Fortschritt und der (technischen) Evolution nicht mehr mit und steht schon beinahe an der Schwelle des Aufgebens?

Für uns ist diese Überlegung generell sehr spannend, da sie die Thematik der Philip K. Dick Texte sehr stark aufgreift. In Manchen Geschichten werden wir praktisch in eine uns nahe Zukunft geführt, (vgl. The Nanny) in der Maschinen reine Hilfsgegenstände des Menschen sind und ihm persönlich nicht gefährlich werden. Eine Stufe weiter gehen dann die Kurzgeschichte „Second Variety“ und der Roman „Do Androids dream of electric sheep?“. Hier wird uns der Mensch als Verlierer der Evolution der Maschinen vorgeführt. Ob uns nun wirklich so eine Zukunft blüht ist fraglich, jedoch nicht unbegründet.

Einen definitiven Verlierer der Evolution können wir heute schon ausmachen: Die Tiere. Unsere Welt setzt ihren Fokus gefährlich oft nur auf die Weiterentwicklung der Industrie und Technologie. Das weltweite Artensterben wird hierbei oft ignoriert und dadurch auch weiter gefördert. Arten streben aus. Täglich. Soviel ist sicher.

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resouces) stellt jedes Jahr ihre so genannte „Rote Liste“ vor, die uns das Aussterben der Arten in Zahlen vorführt. Diese Liste ist in 9 Kategorien eingeteilt:

 

·       Extinct (ausgestorben)

·       Extinct in the wild (nur in Gefangenschaft lebend)

·       critically endangered (vom Aussterben bedroht)

·       endangered (stark gefährdet)

·       vulnerable (gefährdet)

·       near threatened (gering gefährdet)

·       least concern (nicht gefährdet)

·       data deficient (keine ausreichenden Daten)

·       not evaluated (nicht eingestuft)

 

Im Jahre 2008 wurde diese Liste in besonderen Hinblick auf Säugetiere veröffentlicht. Das Ergebnis war erschreckend. 21 Prozent aller Säugetiere gelten offiziell als gefährdet. Würde man die Tiere mit ein rechnen, von denen nicht genug Daten zur Evaluierung vorlagen mit einrechnen, käme man auf einen Prozentwert von ca. 36%.

Uns erinnert diese Rote Liste stark an den „Sidney-Katalog“ in „Do Androids dream of electric sheep?“. In diesem Katalog werden alle Tierarten aufgelistet, die in artifizieller Form verfügbar sind. Neben den einzelnen Arten steht, ob der natürliche Bestand auf Erden noch gegeben ist. Diese Rote Liste repräsentiert also zusätzlich, wie nahe sich unsere Welt schon an der Welt des PKDs befindet.

 

 

Literaturverzeichnis:

 

IUCN UK Office, The IUCN Red List of Threatened Species, http://www.iucnredlist.org, 2008, 16.5.09.

 

Büchner, Wolfgang und Rüdiger Ditz, Künstliche Vierbeiner. Roboter-Hund soll US-Soldaten helfen., In: Spiegel Online: Wissenschaft, Hg: Spiegel Online, http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,281555,00.html, 2004, 15.5.09.

 

News Networld Inernetservice, Roboter für einsame Singles: Computerhund “Waldi” ist ein künstliches Gegenüber, In: news. At, Hg. News Networld Internetservice GmbH, http://www.news.at/articles/0435/543/91050/roboter-singles-comueputer-waldi-gegenueber, 2004, 15.5.09.

17.5.09 15:50
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung