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Künstliche Kinder

Heutzutage ist es Gang und Gebe, dass sich Frauen künstlich befruchten lassen, doch der Ruf danach, sein eigenes Kind nach seinen eigenen Vorstellungen designen zu können, wird immer lauter. Die Augen blau, die Haare goldbraun usw. bis man das perfekte Aussehen hat. Dies erinnert sehr einen Autokauf, wo man Farbe, Form und Innenausstattung selbst bestimmen kann. Das Kind wird zum Teil künstlich hergestellt.

Wie lange dauert es dann noch, dass Kinder einfach in Fabriken hergestellt werden und so zur Perfektion gelangen. Hier beziehe ich mich wiederum auf die in meinem letzten Blog bereits genannten künstlichen Haustiere. Sie brauchen nicht so viel Aufmerksamkeit und können genau so gestaltet werden, wie man sie sich vorstellt. Dies erinnert an "Blade Runner " und den Katalog der Tiere. Doch Haustiere sind die eine Sache, aber was passiert, wenn es bis zu den Menschen fortschreitet und auch diese künstlich hergestellt werden können? Sie werden vielleicht den echten Menschen überlegen sein und so die nächste Stufe der Evolution sein. Wir werden ihnen nicht standhalten können.

Wer möchte eine Welt in der nichts mehr natürlich ist? Doch die Menschen haben so einen Drang immer Neueres und Besseres zu schaffen und irgendwann wird ihnen vielleicht ihre eigene Technik überlegen sein. Wo führen uns künstliche Haustiere hin? Unsere Emotionen werden abstumpfen, da wir kein Einfühlungsvermögen benötigen, da es ja nur um Maschinen handelt. Die Welt wird immer trister und kälter werden und wir steuern auf eine Welt à la "Blade Runner" zu. Dies sind klarerweise nur dunkle Zukunftsvisionen, aber völlig abstrakt sind sie auch nicht.

Vor allem könnte es, meiner Meinung nach, in einer Welt mit "intelligenten" Maschinen zu einer Verselbstständigung dieser kommen. Wenn sie der Menschheit überlegen sind, kann niemand dafür garantieren, dass sie sich nicht gegen ihre Schöpfer wenden. Es könnte dazu kommen, dass ein Krieg zwischen menschen und Maschinen beginnt. Dies ist klarerweise sehr weit in die Zukunft fantasiert. Doch wenn es die Menschen schaffen und das werden sie wahrscheinlich, einen Roboter zu schaffen, der problemlos Befehle versteht und befolgt, gleichzeitig eine gute Physiognomie besitzt, wird die Hemmschwelle einen Krieg zu führen sinken. Man riskiert nicht länger Menschenleben, sondern schickt Maschinen in den Kampf. Hier kommt weiters die Frage auf, inwiefern diese Roboter dann mit eigener "Intelligenz" ausgestattet sind und ob sie Gefühle besitzen. denn dann sieht man sich wiederum vor eine ethische Frage gestellt. Darf man fühlende Wesen, auch wenn es Maschinen sind in den Krieg schicken und sie so einer Gefahr aussetzen?

Dies erinnert an die Frage in "A.I." ob man die Liebe einer Maschine erwidern muss, auch wenn diese eben nur eine Maschine und kein vollwärtiger Mensch ist. Denn wer kann dann noch sagen, ob diese Maschine nicht doch als Mensch oder zumindest als lebendes Wesen gesehen werden muss, da er so wie wir Liebe empfindet und auf eine solche auch angwiesen ist. Ich denke je weiter die Entwicklung von Robotern voranschreitet, desto mehr Fragen und vor allem ethische Fragen werden auftauchen. Deswegen sollte man sich im Vorhinein Gedanken machen wie weit man mit der Technik überhaupt gehen möchte.

 

 

29.6.09 13:04


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Blade Runner 2

Zu Ehren Philip K. Dicks schrieb K. W. Jeter nach und nach Fortsetzungen, basierend auf dessen Roman Do Androids dream of Electric Sheep?.  Blade Runner 2: The Edge of Human wurde 1995 veröffentlicht und führt das Erbe weiter, wobei viele Handlungsstränge aus dem Film Blade Runner von Ridley Scott stammen und sich mit wenigen Handlungen aus dem Roman überschneiden und vermischen. Allein diese Tatsache ist schon ein wenig enttäuschend, denn eigentlich hätte man als Leser erwartet, eine Ode an Dick zu lesen. Doch schon am Schreibstil erkennt man, dass sich Jeter eher an den Film hält. Seine Beschreibungen sind so bildhaft wie die Szenenbeschreibung für einen Film und erschwert das lesen enorm, da nichts der Fantasie des Lesers überlassen wird. Jeter hat anscheinend vergessen, dass gerade das eine von Dicks vielen Talenten war, über Dinge zu schreiben die man nicht kennt, und trotzdem keine unnötigen Zeilen darauf zu verschwenden sie zu beschreiben. Mit wenigen Beschreibungen hat er es immer geschafft den Leser in seine Welt zu versetzen und ihm genug Raum gegeben um seine Fantasie schweifen zu lassen. Doch in diesem Roman wird man mit etwas fahlen Tatsachen konfrontiert.

 Deckard ist geflüchtet und hat seine Angebetete, Rachael in einen Tyrell Transport Container gepackt um ihr Ablaufdatum zu verlängern. Nur ab und zu lässt er sie hinaus und verbringt Zeit mit ihr in einer kleinen Hütte außerhalb der Stadt. Plötzlich taucht eine Frau auf, die genauso aussieht wie Rachael und erklärt dem verwirrten Deckard sie sei Sarah Tyrell, menschliche Nichte von Eldon Tyrell und jetzt Eigentümerin der gesamten Tyrell Corporation. Sie „bittet“ ihn den „vermissten“ sechsten Replikanten zu jagen und zu vernichten. In einem etwas zu langen Gespräch erklärt sie ihm, dass die U.N. eigentlich Schuld an dem Aufstand der Replikanten ist und nun alles der Tyrell Corp. in die Schuhe schieben will. Um das zu erreichen versuchen sie alle Blade Runner zu töten um der Welt zu beweisen, dass auch die Blade Runner es nicht mehr schaffen, Replikanten unter Kontrolle zu halten. Von da an verstrickt sich Jeter in Komplikationen die man wirklich nur verstehen kann, wenn man Blade Runner mehrmals gesehen hat. Mit Philip K. Dicks Roman hat das nicht mehr viel zu tun.

Dave Holden, der im Film verletzte Blade Runner, wird von einer Roy Batty Kopie aus dem Krankenhaus entführt und von ihm am Leben erhalten. Roy Batty wurde ebenfalls auf den sechsten Replikanten angesetzt. Es stellt sich heraus, dass es immer schon Replikanten gegeben hat, die andere Replikanten unter Kontrolle halten sollen. Roy Batty schafft es mit dieser Aussage Holden davon zu überzeugen, dass alle Blade Runner Replikanten sind, also auch Holden selbst. Batty bricht in Deckards Wohnung ein, da er davon ausgeht dass Deckard der sechste Replikant ist. Doch Holden setzt ihn außer Gefecht und findet Deckard in der „Aufnahmestation“ für Blade Runner. Er will mit ihm zusammen den sechsten Replikanten suchen, Deckard lehnt ab.

Währendessen bricht Deckard ins Hauptquartier der Polizei ein. Er findet heraus, dass Bryant tot ist und flüchtet in die „Aufnahmestation“ für Blade Runner. Zufällig versteckt sich dort auch Sebastian, der gerade dabei ist Pris „wieder zu beleben“, welche Deckard gleich attackiert. Sarah taucht auf, vernichtet Pris und „überzeugt“ Deckard mit ihr zu kommen. Holden, der die ganze Situation teilweise beobachtet hat, kombiniert falsch, glaubt dass Sarah und Deckard Sebastian getötet haben, weil Deckard ein Replikant ist.

In dem Tyrell Gebäude angekommen kommt Deckard frei. Er kehrt zurück zur Aufnahmestation und läuft dort Holden und Batty in die Arme, die ihn sogleich anfallen. Im Kampf entwickelt Batty übermenschliche Kräfte wodurch Holden begreift, dass Batty der sechste Replikant sein muss und erschießt ihn. Ohne Holdens Verdacht zu bestätigen, kehrt Deckard zurück zur Tyrell Corp. um die dort schlafende Sarah zu töten, wird dabei jedoch von einem Video unterbrochen, welches Sarahs Gesicht zeigt. Das Video erklärt, dass Rachael die schlafende Frau ist. Deckard begreift, dass es keinen sechsten Replikanten gibt, und Sarah das ganze nur injiziert hat um die von ihrem verhassten Onkel aufgebaute Firma zu zerstören. Die von der U.N. in die Wände eingebauten Sprengstoffkapseln werden aktiviert und Deckard flieht mit Rachael. Mit falschen Ausweisen flüchten die Beiden auf eine Kolonie. Zurück bei der Polizei, forscht Holden ein wenig nach, besichtigt Deckards alte Hütte und findet dort den Tyrell Container mit der toten Rachael darin. Es ist also Sarah, die mit Deckard auf die Kolonie geflüchtet ist.

Schon bei der Zusammenfassung des zweiten Teils steht man vor einigen Schwierigkeiten. Zuerst einmal ist die Geschichte sehr verstrickt und wird nur sehr oberflächlich erklärt. Ohne den Film gesehen zu haben, ist es ein Ding der Unmöglichkeit die Fortsetzung zu verstehen. Die Handlung wirkt stark konstruiert und „filmhaft“ genauso wie Jeters Schreibstil. Als Eigenständiges Werk, hätte es wohl keine Chance gehabt, da es weder durch literarische Kreativität, noch durch interessante Handlung glänzt.

 

 

Literaturverzeichnis:

Jeter, Kevin W., Blade Runner Die Rückkehr, München: Heyne 2004

 

9.6.09 22:19


Wenn Roboter träumen lernen.

 
Wenn man sich fragt was den Menschen eigentlich als Menschen definiert und wodurch er sich auszeichnet, würden viele die Intelligenz anführen. Der aufrechte Gang ist ein weiteres körperliches Merkmal, das uns von den Tieren unterscheidet. Außerdem haben wir eine Kulturgemeinschaft gebildet und so gelernt Wissen auszutauschen und davon zu profitieren. Wir sind fähig zu schreiben und so Errungenschaften an die nächste Generation weiterzugeben.(1)
 
Es war den Menschen immer schon wichtig eine Grenze zu ziehen zwischen sich und den übrigen Lebewesen, da es ihnen seit jeher wichtig war eine vorrangige Stellung einzunehmen. Doch mit der immer weiter fortschreitenden technischen Entwicklung verlieren die Menschen ihre erhabene Position. Teilweise ohne es gar zu bemerken. Hiermit schließe ich an die Blogeinträge meiner Kollegen an, in besonderer Berücksichtigung des Films "A.I.- Artificial Intelligence".
 
Ich lege mein Augenmerk vor allem auf diesen Film, da er zeigt, dass nicht nur künstliche Tiere Realität werden könnten, sondern ebenso künstliche Kinder bzw. Menschen. Denn wo zieht man die ethische Grenze? Künstliche Tiere sind in Ordnung, da es ja "nur" Tiere sind? Aber vor Menschen muss dann gestoppt werden? Na ja so ganz stimmt das auch nicht mehr, denn es gibt eine Vielzahl von Projekten, die daran arbeiten so menschenähnliche Roboter wie möglich zu schaffen. 
 
Zuerst werde ich auf die neuesten Errungenschaften bezüglich humanoider Roboter in der Gegenwart eingehen und später dem Beispiel des Films folgen. Und überlegen was es für Auswirkungen gebe, würden wir Roboter haben, die den Menschen zu glichen, dass man keinen Unterschied mehr feststellen könnte. Japan übernimmt in der heutigen Zeit eine klare Vorreiterrolle ein. Die japanische Firma Kawada Industries hat das Modell HRP-3 entwickelt.
 
Besonders viel Wert wurde auf die Ausstattung des Roboters mit Software für die Zusammenarbeit mit Menschen gelegt. Die 1,60 Meter großen und 68 Kilo schweren Roboter sollen in Japan gleich in mehreren Bereichen eingesetzt werden. Im sozialen Bereich ist der Einsatz in der Altenpflege geplant. Der Grund dafür liegt in der erhöhten Veralterung der Gesellschaft und einem gleichzeitigen Mangel an qualifizierten Pflegepersonal. (2)
 
Man sieht es wird viel Wert darauf gelegt, dass die Roboter gut mit Menschen arbeiten können. Hier wird das Beispiel der Altenpflege angeführt. Doch hier drängt sich zugleich die Frage auf, inwiefern es gut für alte Menschen ist, ausschließlich Kontakt zu Maschinen zu haben. Alte Menschen sind oft sehr einsam und ich galube kaum, dass Maschinen ihnen diese Einsamkeit nehmen können. Doch humanoide Roboter wurden auch schon in der Interaktion mit Mensche getestet. Das Modell HRP-2 wurde Menschen auf öffentlichen Plätzen vorgeführt.
 
Die Salzburger Soziologin Astrid Weiss lässt Roboter auf öffentlichen Plätzen auf die Menschen los und beobachtet, was passiert. Das Forschungsprojekt läuft noch bis 2009.  
Männer fanden zwar die humanoide Gestalt des Roboters sehr toll, hielten es aber für sinnvoller, wenn der Roboter nur aus einem Arm auf einem Rollwagen bestünde, der diesen Bewegungsablauf perfekt ausführt. Frauen hingegen fanden den Roboter genau deshalb wohlgefällig, weil er sich in der Interaktion menschenähnlich verhalten hat.  (3)
 
Man sieht, dass Frauen und Männer auch unterschiedlich auf diese Roboter reagieren, dieses Phenomän zeigt sich ebenfalls im Film "A.I". Doch noch interessanter ist es zu beleuchten wie diese Entwicklung sich auf das soziale Leben von Kindern auswirkt. Dies führt die Soziologin Astrid Weis anhand des Beispiels von Tierrobotern an.
 

Wenn Roboter immer humanoider werden, wird es zunehmend schwieriger, Menschen von Maschinen zu unterscheiden. Wie wirkt sich das auf den Sozialisierungsprozess der Kinder aus, die mit humanoiden Robotern aufwachsen?

Natürlich wirft diese Entwicklung ethische Fragen auf. Wenn ein Kind mit dem Roboterhund Aibo als Spielzeug sozialisiert wird und feststellt, dass der Aibo ein Hund ist, den man ausschalten kann und sich dann nicht darum kümmern muss, wird es dann auch natürliche Hunde so behandeln? Darauf gibt es bis jetzt nur ethische Antworten, wir haben noch keine Langzeitstudien, die darüber Auskunft geben könnten.(4)

Es ist noch nicht abschätzbar wie weitreichend und einschneidend diese Entwicklung in der ZUkunft sein wird. Werdn unsere Kinder nur noch mit "Tierimmitaten" spielen und wird es wie in "Do Androids dream of electric sheep" eine Liste geben welche Tiere es noch gibt und welche bereits vor langer Zeit ausgestorben sind? Dies sind Fragen, die es sichh zu stellen gilt.

Im Film "A.I.-Artificial Intelligence" ist dieser Prozess bereits sehr weit fortgeschritten. Es gibt die sogenannten "Mechas", Roboter, die den Menschen sehr stark gleichen und der Höhepunkt dieser Schöpfung ist der kleine David. Er kann wahre Liebe empfinden, darauf wurde er programmiert. Doch dieser Umstand wirft die Frage auf, ob man als "Besitzer" dieses Mechas dann nicht ebenso verpflichtet ist, diesen "zurückzulieben".

"Wenn wir einen Roboter programmieren, uns zu lieben, haben wir dann nicht die moralische Verpflichtung, ihn ebenso zurück zu lieben?" Diese eigentliche Kernfrage des ganzen Films wird in der Eröffnungsszene Davids Erschaffer gestellt, und es ist zu vermuten, dass es Kubrick ursprünglich genau darum ging: Kann man solch eine Maschine lieben, oder sollte man es sogar? Haben wir eine Verantwortung gegenüber einer Maschine, der wir zu lieben beibringen, und die ergo eine entsprechende Gegenreaktion erwartet? Sind die Gefühle, die eine liebende Maschine in uns auslösen kann, als ebenso wertvoll, echt und richtig zu bewerten wie jene, die ein anderer Mensch hervor ruft? (5)

Das sind fragen, die sich die Menschen zu stellen haben, wenn die Entwicklung weiterhin so schnell voranschreitet. Ich finde der Film zeigt sehr gut, die andere Seite dieser wissenschaftlichen Errungenschaft, denn sobald Gefühle ins Spiel kommen, verkompliziert sich die Sache um ein Vielfaches. Dies ist auch an Monica zu erkennen, welche anfangs nur eine Maschine in David sieht und später doch sehr starke Gefühle für ihn hegt, denn sie bringt es nicht über ihr Hrez in "vernichten" zu lassen, sondern setzt ihn lieber aus. Ist man überahupt berechtigt ein Wesen, das sichtlich Gefühle entwickeln kann zu "töten"?

Ich wählte den Titel "Wenn Roboter träumen lernen" , weil als David seinen Schöpfer trifft erklärt ihm dieser, dass David deswegen so besonders sei, da er gelernt hätte zu träumen. Und dies sei eine menschliche Eigenschaft. Wenn Roboter wie Mneschen agieren und sogar lernen zu fühlen wie wir, wie lange wird es dauern bis sie die bessere Variante von und sind?

 

Literatur:

(1) Vgl. Mayers grosses Univerasl Lexikon. Band 9. Mensch, S.272

(2) "Menschliche" Roboter erobern Japan, http://www.rp-online.de/public/article/digitale/computer/450896/Menschliche-Roboter-erobern-Japan.html, 20.04.2009

(3)Elisabeth Werthmann, "Allzu menschliche Roboter werden unheimlich", https://www.wirtschaftsblatt.at/archiv/351688/index.do, 13.04.2009

(4) Elisabeth Werthmann, "Allzu menschliche Roboter werden unheimlich", https://www.wirtschaftsblatt.at/archiv/351688/index.do, 13.04.2009

(5) F-.M. Helmke, "A.I.-Künstliche Intelligenz", http://www.filmszene.de/kino/a/ai.html, 25.05.2009


 


4.6.09 11:25


Dangerous Days – Making Blade Runner

Regisseur: Ridley Scott
Genre: Action | Sci-Fi | Thriller
Darsteller: Harrison Ford, Rutger Hauer, Sean Young, Daryl Hannah, M. Emmet Walsh [1]


Nach anfäglichen Schwierigkeiten bezüglich Drehbuch und Titelgebung gab es eine Fassung von „Blade Runner“  mit dem Titel „Dangerous Days“ nach Hampton Fancher, welcher jedoch viel zu sehr an Star Wars erinnerte und abgelehnt wurde. Zu dieser Zeit starb Ridley Scotts älterer Bruder an Krebs, woraufhin man Ridley mit dem Drehbuch vertraut machte. Die beiden Brüder standen sich sehr nah und Ridley durchlebete eine der härtesten Zeiten seines Lebens. Scotts damaliger Gemütszustand verhalf ihm, solch einen dunklen Film über die Schöpfung, über Kontrolle und auch darüber, die Kontrolle und den Kampf gegen den Tod zu verlieren, zu konstruieren. Viele machten sich Sorgen, dass Scott in seiner momentanen Lage überfordert gewesen wäre, jedoch vollbrachte er einen hervorragenden Job.  Ridley Scott wollte die Hauptfigur auf spektakuläre Art und Weise in den Film einführen, aber er wollte es so machen, dass eine  Vorstellung dieser extrem futuristischen Welt entstand. Die Figur Deckard wurde im Drehbuch nicht näher beschrieben, sodass ihn jeder hätte spielen können. Der Produzent Michael Deeley meint, dass es bei der Besetzung darum ging die Figur zu definieren. Deckard sei eine unscheinbare, nicht sehr heldenhafte Figur, die dennoch ein großer Bestandteil des Films ist. So kam es, dass Harrison Ford sehr geeignet schien, diese Figur zu spielen, da er nie zuvor solch eine Rolle gespielt hatte und ein gutes Training unter anderen Regisseuren genoss.Mit der 1. Drehbuchversion von „Blade Runner“ konnte sich Harrison Ford nicht anfreunden, da es eine Erählerstimme gab. Er wollte, dass die Informationen, zu denen der Zuschauer durch die Erzählerstimme gelang, direkt in die Szenen eingebaut werden. So könnten die Zuschauer besser die Informationen und die Figur entdecken, indem sie diese im Kontext mit seiner Arbeit sehen und nicht nur davon hören.
Das Budget für den Film war begrenzt und bei den Dreharbeiten musste die Modernisierung an der Oberfläche des Studiogeländes entstehen, auf der gewöhnliche Gebäude standen. An diese wurden Rohre, Klimaanlagen und Leitungen angebracht, was dem Ganzen einen besonderen Touch gab.
Tony Scott (Director Deja Vu) behauptet in einem Interview, dass alles, was er über Ridley Scott und diesen Film wüsste, Wut sei. „Wut auf Leute, die seine Arbeit oder seine Arbeitsweise  nicht verstanden.“ Ridley Scott sei ein Regisseur mit genauen Vorstellungen und starkem Durchsetzungsvermögen.[2]
Man wollte für Blade Runner die perkekte Filmmusik finden, die ideal zu solch einem Genre passt. Es dauerte ungefähr zwölf Jahre bis die Originalmusik von Vangelis offiziell erschien. Und selbst diese legale Veröffentlichung ist nicht das, was man als Filmmusik gerne hätte. Zwischendurch hört man beispielsweise Dialoge, was von vielen Filmmusikliebhabern als eine Todessünde betrachtet wird. Und diese Dialoge sind noch nicht einmal mit der tatsächlich im Film zu hörenden Musik unterlegt, sondern mit Stücken aus völlig anderen Szenen beziehungsweise Musik, die gar nicht im Film vorkam. Wenn man genau hinhört, kann man in dem Stück »Blush Response« sogar die Originalmusik zu den zu hörenden Dialogen vernehmen, die dann allerdings durch ein anderes, das hauptsächlich zu hörende Stück überlagert ist. Als ob man geahnt hätte, dass die legale Publikation so aussehen würde, veröffentlichte ein »Label« namens Off-World die seit Erscheinen des Films kursierende Bootleg-MC als CD. Inhaltlich ist sie die komplette Filmmusik beziehungsweise kompletter als die offizielle Edition von Warner.  Nun gibt es aber im Prinzip zwei verschiedene Bootleg-Versionen, die sich nicht nur erheblich durch die Tonqualität unterscheiden, sondern auch durch den Film selbst, denn das Off-World-  basiert auf der ursprünglich veröffentlichten Filmversion von 1982 und das Deck-Art-Boot scheint der Tonspur des in den frühen Neunzigern erschienen »Director's Cut« entnommen zu sein. [3]
„Die Musik nimmt grundsätzlich die Themen der Nostalgie und der Durchmischung verschiedener Epochen und Kulturen durch. In Anlehnung an den Film noir sind etwa blues- und jazzartige Saxofon- (von Dick Morrissey) und Trompetensoli zu hören. An anderen Stellen des Films läuft Synthesizermusik, die Anfang der 1980er noch deutlich futuristischer und Science-Fiction-typischer war als heute. Aus einer der Werbetafeln erklingt japanische Biwa-Musik. Besondere Bedeutung hat die Musik in Szenen mit wenig Dialog, so etwa in den fast wortlosen romantischen Szenen zwischen Deckard und Rachael – die selbst eine kurze Chopin-Variation am Klavier spielt –, beim Kampf zwischen Deckard und Roy oder bei der Hinrichtung der Replikantin Zhora. Auch die Eröffnungssequenz mit dem Blick über die Stadt und der Sterbemonolog Roys werden von der Musik in ihrer Wirkung deutlich verstärkt. Einige musikalische Leitmotive ziehen sich durch den Film. Es ist auch auf den oft auftretenden Widerhall von Geräuscheffekten hingewiesen worden, der das hörbare Äquivalent zur nebligen, paranoid-eingeschlossenen Atmosphäre des Films darstelle.“[4]
Für David L. Snyder (Art director)  ist „Blade Runner“ der letzte analoge Science Fiction Film der enstand, weil man damals nicht die Vorteile hatte, die die Filmemacher heute genießen und er ist froh, dass es so war, denn seiner Meinung nach gibt es an dem Film nichts Künstliches. Es gibt keine computergenerierten Bilder und es war somit ganz normales altmodisches Filmemachen mit Lampenstativen und Klebeband und  großen 65 mm Kameras. Rückblickend gesehen ist es einer der letzten Spezialeffektfilme mit Kameratechnik, der gemacht wurde. Der Film hat extrem wenige visuelle Effekte. Da die Effekte nicht groß herausstachen, waren sie in visuelle Ereignisse integriert und alles passte perfekt zusammen. „Blade Runer“ ist eine Studie über die Zukunft und viele Menschen wollten damals keine Zukunft sehen, wie sie im Film vorhergesagt wurde. Ridleys Genie in Hinsicht auf Maßstab und Szenenbild verstärkt die Tatsache, dass es eine fesselnde Geschichte ist.[5]



[1] Vgl. Blade Runner Final Cut, Regie: Ridley Scott, USA 2007 (1982), Rückseite

[2] Vgl. Dangerous Days. Making – of Blade Runner, 214 Min., 2007.

[3] Vgl. „Der Perfekte Blade Runner Soundtrack“, „pointlessdotProductions“, http://ptless.org/bladerunner.html, 28.05.2009.
[4] „Blade Runner. Soundtrack von Vangelis,  „digitaldvd“, http://www.digitalvd.de/entertainment/soundtracks/blade-runner-soundtrack-von-vangelis/, 28.05.2009.
[5] Vgl. Dangerous Days. Making – of Blade Runner, 214 Min., 2007.

 

1.6.09 18:47


Diese Geschichte behandelt das Thema Mensch und Maschine, basierend auf einer Idee, die sich unsere Gruppe ausgedacht hat. Dabei wurde versucht dem Schreibstil und den Grundgedanken Philip K. Dick’s treu zu bleiben. Viel Spaß!
 

Vom Zetern der Sterne
By Denis Kaleev

Im schnellen Takt des mechanischen Herzens bahnte sich warmes klebriges Blut einen Weg durch das Labyrinth aus Knochen, Kabeln, Drähten, Ventilen, dazwischen irgendwo Kristalle, die das Metall bedeckten und in organischer Haut verpackt waren. Die gläsernen kalten Augen von Detective Clint Grusso starrten das Ding an. Es schwitzte. Schweißperlen glitzerten im düsteren halbblau des Verhörraumes auf der Stirn und nervös trommelte Es mit den Fingerkuppen auf dem Plastikbildschirm des Tisches. Es hatte eindeutig etwas zu verbergen.

>>Willst du mir nicht verraten, wie du heißt? <<, durchbrach Grusso’s harte Stimme das Schweigen. >>Nein? Gut dann nenn ich dich „Bob“. << Grusso stolzierte um den Häftling herum. >>Bob, verrate mir doch, wieso du zwei Menschen getötet hast?<<
Stille. Es sagte nichts, saß nur da und verschwendete Luft.

>>Lass dir von mir ein paar Aufnahmen vom Tatort zeigen. <<, sagte Grusso, ging dabei zum Tisch hinüber und tippte auf den Bildschirm. Ein paar Bilder erschienen, er drehte die Grafik um und schob sie Es zu. Es betrachtete die Leichen kurz und blickte dann mit einer Mine des Entsetzens weg.

>>Der erste Mann hat sich versündigt. Er musste sterben. <<, sagte Es mit ruhiger Stimme. Grusso trat vom Tisch zurück und verschränkte die Arme vor seiner Brust.

>>Und wie hat er das geschafft? Woher willst Du überhaupt wissen, was Sünde ist? <<

>>Dieser Mann hat geweihten Boden betreten, mich und meine Gebetsbrüder gestört. Er hat uns mit einer langen Vaproklinge bedroht und wollte sie einsetzen, wenn wir nicht verschwinden würden. Er hat unsere Religion verpönt. <<

>>Blechdose, du hast zwei Menschen auf dem Gewissen! Einer davon war mein Partner und du erklärst mir jetzt, dass es eine göttliche Handlung war? Hat dir das dein Gott etwa befohlen? Ist das euer religiöser Weg? <<, fuhr ihn Grusso wutentbrannt an.

>>Wir alle sehen irgendwann Gottes Licht und alle Gebete werden erhört. Gott hat mich durch schwierige Zeiten gebracht. Es war bisher immer der richtige Weg. Auch Sie könnten zu ihm finden. Es ist nie zu spät Gott um Verzeihung zu bitten. <<

>>Von welchem Gott sprichst du? <<, fragte Grusso mit argwöhnischem Lächeln.

>>Die Menschen haben in ihren Herzen einen großen Platz für ihren Glauben. Dabei darf man nicht vergessen, dass es unser Glauben ist, meiner, sowohl auch ihrer. Wir sind alle seine Kinder. <<

Grusso schlug mit geballter Faust auf den Tisch. Der eingebaute Bildschirm flackerte kurz auf und erlosch dann endgültig. Er war in Rage und schrie Es an. >>Du bist eine Maschine, eine Attrappe eines Menschen, schon vergessen, du hast keine Seele! Ihr seid keine Menschen, ihr werdet es nie sein! <<

>>Nein, dass stimmt nicht. Sehen Sie... << Es hob flehend seine Arme empor. >>Meine Hände schwitzen, meine Adern pochen, mein Inneres ähnelt sehr dem ihren. Wir sind gleich. <<

>>Halt dein verfluchtes Maul, Blechbüchse! Du hast meinen Partner getötet! Er hinterlässt zwei Kinder, die ihren Vater nie wieder sehen werden! << Grusso zog seine Waffe aus dem Holster. Er richtete sie auf ihn. Hass, Schweiß und Tränen zierten sein Haupt. >>Sie sind tot! Willst du wissen, wie sich das anfühlt, du Nichts?! Du verdammte Maschine! << Es blieb ruhig weiter sitzen.

>>Wenn Sie mich jetzt erschießen, werde ich meine unsterbliche Seele Gott anvertrauen.<<, sagte es mit kalter kalkulierter Stimme. Grusso beobachtete Es mit der Waffe im Anschlag. Seine Hand zitterte. Die Maschine schloss die Augen und betete. >>Und ich bin nicht mehr als eine Stimme in diesem Universum. Und mein Schöpfer muss sich verbeugen und gut lauschen, um zu vernehmen, wie diese Stimme klagt. Er möge sich meiner Seele erbarmen und sie in Gottes Reich aufnehmen.  <<

Grusso zog den Abzug des kalten Metalls in seiner Hand durch. Die Welt zerbrach, das Blut spritzte durch den Raum und noch bevor Es auf dem Boden aufschlug, schwang die Tür zum Verhörraum auf. Jemand oder Etwas in einem schwarzen Anzug trat ein und verriegelte die Tür hinter sich.

Detective Clint Grusso versuchte die Gestalt mit seinem Polizeigespür einzuordnen, die Körperhaltung, den Grad der Bedrohung und seine Gesichtszüge. Aber da waren keine Gesichtszüge, denn dieses etwas besaß kein Gesicht, nur eine undeutliche Masse, als hätte jemand ein Foto geschossen und den Focus vergessen einzustellen oder als würde man mit Absicht seinen Kopf so schnell hin und her bewegen, dass man ihn nicht mehr erkennen konnte. Grusso kniff die Augen fest zusammen, vielleicht war alles nur ein Traum? Er hoffte es so sehr. Er öffnete die Augenlider. Die Gestalt war noch immer da.

>>Wer sind Sie? <<

Plötzlich tönte ein bebendes Geräusch, die Antwort, so laut, dass die Realität nach Hilfe schrie. Grusso musste sich die Ohren zuhalten. Die Wände bekamen Risse. Wasserrinnsale sprudelten heraus. Immer mehr Wasser. Es vermischte sich mit dem künstlichen Blut der Leiche. Der Anblick war abstoßend, Grusso wendete sich ab und wollte den Raum verlassen. Er schritt schnell auf den Ausgang zu, aber der gesichtslose Fremde blieb vor der Tür stehen und ließ ihn nicht passieren. Grusso schlug dem Fremden in die Magengegend. Es fühlte sich an, als hätte er gegen eine Wand geschlagen. Die Gestalt rührte sich nicht. Grusso legte die Hände flach gegen dessen Brust und versuchte ihn wegzuschieben. Erfolglos. Dann trat er einen Schritt zurück und richtete seine Waffe auf den Fremden. Während der Raum von immer mehr Wasser geflutet wurde, rührte sich das Ding weiterhin nicht.

>>Weg da! << Keine Regung. Grusso drückte ab. Die Kugel flog durch den Körper hindurch und blieb in der Tür stecken. Anscheinend war der Fremde nicht real. Entrüstet warf Grusso die Waffe weg. Das Wasser ging ihm schon bis zu den Hüften. Er watete durch den Raum und suchte verzweifelt nach einem anderen Ausweg. Keine Fenster und keine Luftschächte.

Das Wasser stand nun so hoch, dass Grusso schwimmen musste. Die Decke kam näher. Der Fremde befand sich unter Wasser, bewegte sich keinen Zentimeter und beobachtete ihn. Er schien nicht zu atmen. Grusso’s vor Angst verzerrte Visage berührt die Deckenbeleuchtung. Er schaffte es gerade noch tief einzuatmen, sein letzter Atemzug. Dann kaltes Wasser in den Lungen und ewige Finsternis.

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Watteähnliche, stählerne Wolken mühten sich über den simulierten Nachmittagshimmel des Raumgleiters X-241. Der künstliche Himmel erstreckte sich über das ganze Deck und ließ die Astronauten nicht vergessen, wie ein Sonnenuntergang aussah. Clint Grusso öffnete die Augen und erstarrte, seine Angst war verschwunden, wenn auch nur für kurze Zeit. Der Fremde stand nun direkt vor ihm, aber diesmal besaß er ein Gesicht. Grusso hatte es schon so oft gesehen, dass es ihn in seinen Träumen verfolgte. Ein Antlitz, das viele Robotics dieser Bauserie besaßen, die für die Sicherheit dieses Raumgleiters verantwortlich waren. Es sprach zu ihm mit menschlicher sanfter Stimme.

>>Wahrscheinlichkeitssimulation beendet. Dr. Clint Henry Grusso, Sie haben sich des Mordes an einem Robotic schuldig gemacht. Wir haben ihnen ein Szenario simuliert, indem Sie Gnade walten hätten können. Aber auch diesmal haben Sie einen Robotic getötet. Der Hass gegen unsere Art ist tief  in ihnen verankert und kann nicht geheilt werden. Sie können und wollen nicht mit Robotics ko-existieren. Laut Mensch-Robotic Gesetzbuch sind Sie nicht fähig weiterhin in dieser Gesellschaft zu leben. Deswegen wird an ihnen die Prozedur der Löschung vorgenommen. Sie werden exekutiert. Danke für ihre Zeit und einen schönen Tag noch. << Die Metallklammern, die seine Handgelenke und Fußknöchel auf dem Simulationssitz umschlossen, öffneten sich. Grusso stürmte los, wurde aber sofort von zwei Wachrobotics abgefangen und bewusstlos geschlagen.

Dunkel und verzerrt wachte er irgendwo auf. Grusso war splitterfaser nackt. Er ließ seine Augen forschend durch den Raum wandern. Er befand sich in einer Druckschleuse, die jeder Raumgleiter besaß, damit andere Schiffe andocken konnten. Uniformierte Robotics und Menschen beobachten ihn durch ein panoramagroßes Sicherheitsglas.

>>Dr. Grusso, die Prozedur der Löschung wird gleich an ihnen durchgeführt. Wenn sich die Schleusentür neben ihnen öffnet, werden Sie in den Weltraum hinausgesaugt. Keine Sorge, Sie werden nicht lange leiden müssen. Haben Sie einen Wunsch oder möchten Sie noch letzte Worte sprechen? <<, sagte die freundliche Stimme einer attraktiven Frau Anfang dreißig über die Gegensprechanlage.

Grusso’s Blick der Furcht veränderte sich. Alles niederwalzender Hass funkelte aus seinen Augen. Ungewöhnliche Ruhe umgab ihn, zum ersten Mal in seinem Leben. >>Ich bereue nichts. Ich hab mich nie lebendiger gefühlt, als ich diesem Robotic eine Kugel ins Hirn jagte. Es fühlte sich so einfach richtig an. Robotics regieren die Menschen und was machen wir? Wir ordnen uns ihnen unter, weil wir Angst davor haben uns zu erheben. Ich sterbe heute, aber ich sterbe als der Mensch, der ich immer war. Ich sterbe in Freiheit. <<

Die Druckschleusentür öffnete sich. Sauerstoff und ein zappelnder Grusso wurden hinausgesaugt. Bizarre Kälte des Weltraums verschlang ihn. Für einen kurzen Augenblick verspürte er Glückseeligkeit und einen triumphalen Sieg über die Maschinen. Von irgendwo drang leise Jazzmusik zu ihm, die sein Vater früher oft gespielt hatte. Träumte er?

Er beobachtete die Sterne. Sie waren so klar zu erkennen, so wunderschön. Diesmal war nichts zwischen ihm und dem funkelndem Sternenteppich, keine Menschen, keine Robotics, keine Raumgleiterfenster oder entstellte Kraftfelder, nur er und sie. Dann war da kein Sauerstoff, albtraumhafte Panik, müder Schmerz und schließlich ein ewiger Schlaf in den Weiten des Nichts.

Die Sterne beobachteten ihn, sie schienen traurig zu sein, fast konnte er ihr Jammern hören, denn sie entfernten sich von ihm. Nur noch die einsamen Sonnenstrahlen eines fernen Himmelgestirns spendeten dem gefrorenem Leib Trost und melodische Stille summte das Jazzlied zu ende.

24.5.09 23:03


Die Künstlichkeit auf dem Vormarsch

Wie unsere Welt gefühlskalt wird.

 

Nachdem wir uns im letzen Blogeintrag mit der Bedrohung durch Robotersoldaten in Kriegssitationen à la „Second Variety“ befasst haben, möchten wir nun mit weiteren Neuerungen der Robotertechnologie auf die nächste Problematik überleiten: der Künstlichkeit von Tieren und deren Bezug zum Menschen beziehungsweise der menschliche Bezug zu künstlichen Tieren.

Laut www.spiegel.de wird in naher Zukunft ein Hund eingesetzt werden, der Soldaten bei der Kriegsführung unterstützen könnte. Diese Maschine wird, eigentlich sehr atypisch, auf vier Beinen laufen können und für den Munitionstransport eingesetzt werden. Das „Tank-automotive and Armaments Command“ (Tacom) hat zwei amerikanischen Unternehmen 2,25 Millionen Dollar für die Entwicklung dieser Roboterhunde gesponsert. Bilder der ersten Entwürfe stehen schon zur Verfügung. (siehe: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,grossbild-320649-281555,00.html) Nun steht man allerdings vor einigen grundsätzlichen Problemen. Zum einen ist es für die heutige Wissenschaft sehr schwierig einen Roboter herzustellen, der tatsächlich die Balance auf vier Beinen halten kann anstatt sich auf Rollen seine Wege zu bahnen. Zum anderen ist diese Roboterdogge sehr schwer und wird deswegen ein großes Problem haben, sich mit genügend Strom versorgen zu können. Ein auf den Rücken geschnallter Motor würde Abhilfe schaffen aber gleichzeitig die Transportkapazität verringern.

Das größte Problem allerdings bereitet den Wissenschaftlern der künstliche Sehsinn. Für uns ist es relativ unproblematisch im freien Raum Dingen aus dem Weg zu gehen. Da Roboter jedoch im Normalfall keinen oder nur eingeschränkten Sehsinn haben, stoßen sie schon bei den kleinsten Hindernissen buchstäblich an ihre Grenzen. Um den Roboterhunden nun ausreichende Sehfähigkeit zu verleihen, kooperieren die Unternehmen nun mit Larry Matthies der für den Bau der Orientierungseinheiten der Nasa-Roboter zuständig war.

Uns erinnern diese Roboterhunde schon sehr stark an die „Claws“ in „Second Variety“. Wir sind erstaunt und in gewisser Weise beunruhigt darüber, dass die heutige Generation dieser Roboter nicht mehr viel braucht um auf die Stufe dieser Killer in der Kurzgeschichte zu avancieren.

 

Nun aber zu einem ganz anderen Hund, der auch schon im freien Handel erhältlich ist: „Waldi“- der Roboter Spielzeughund. Dieser Hund ist, anders als die vorher beschriebene Drohne auf dem ersten Blick ungefährlich und soll Singles und alle anderen einsamen Menschen über ihre Einsamkeit hinweghelfen.

Dieser Punkt war für die Universität Erfurt so interessant, dass sie eine Studie mit dem Namen „Wireless Artificial Dog Inspection“ ins Leben gerufen hat. Diese Studie untersucht das soziale Netz, welches sich zwischen den Menschen und einer Maschine, in diesem Fall dem künstlichen Hund „Waldi“ aufbauen kann.

Der Roboter Selbst befindet sich bereits in der dritten Generation und wurde von der Firma Sony gebaut. Durch die ständige Weiterentwicklung verfügt er schon über einen so genannten „Suchinstinkt“ der ihn immer wieder zu einem Menschen tapsen lässt, einem „Bewegungs- und Schlafinstinkt“ und einen automatischen „Ladeinstinkt“ der ihn schon ziemlich nahe an das Verhalten eines echten Hundes herankommen lässt.

Wieso sind diese Roboter aber so beliebt? Wir haben für uns die These aufgestellt, dass unsere Generation (und die folgenden) nicht mehr wirklich fähig sein werden, echte Beziehungen aufzubauen. Die Emotionen werden also ihren Wert verlieren. Da kommen uns künstliche Tiere und Menschen gerade recht. Sie sind pflegeleicht, machen keinen Dreck und man kann sie ausschalten wann immer man es für richtig hält. Wieso wird es uns aber immer schwerer fallen Beziehungen zu etwas Lebendigen aufzubauen?

Nun zum einen ist der Mensch von Natur aus eher faul. Ein Roboter verlangt uns weit weniger ab als ein lebendiges Wesen und das gefällt dem Menschen. Wir glauben allerdings, dass ein großer Teil der Schuld an den technischen Fortschritt gehen wird. Unser Leben wird sich durch die Überzahl an technischen Komponenten derart verkomplizieren, dass wir uns einfach nicht mehr auf Beziehungen konzentrieren werden können.

Kommt der Mensch also ins straucheln? Kommt er mit dem ganzen Fortschritt und der (technischen) Evolution nicht mehr mit und steht schon beinahe an der Schwelle des Aufgebens?

Für uns ist diese Überlegung generell sehr spannend, da sie die Thematik der Philip K. Dick Texte sehr stark aufgreift. In Manchen Geschichten werden wir praktisch in eine uns nahe Zukunft geführt, (vgl. The Nanny) in der Maschinen reine Hilfsgegenstände des Menschen sind und ihm persönlich nicht gefährlich werden. Eine Stufe weiter gehen dann die Kurzgeschichte „Second Variety“ und der Roman „Do Androids dream of electric sheep?“. Hier wird uns der Mensch als Verlierer der Evolution der Maschinen vorgeführt. Ob uns nun wirklich so eine Zukunft blüht ist fraglich, jedoch nicht unbegründet.

Einen definitiven Verlierer der Evolution können wir heute schon ausmachen: Die Tiere. Unsere Welt setzt ihren Fokus gefährlich oft nur auf die Weiterentwicklung der Industrie und Technologie. Das weltweite Artensterben wird hierbei oft ignoriert und dadurch auch weiter gefördert. Arten streben aus. Täglich. Soviel ist sicher.

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resouces) stellt jedes Jahr ihre so genannte „Rote Liste“ vor, die uns das Aussterben der Arten in Zahlen vorführt. Diese Liste ist in 9 Kategorien eingeteilt:

 

·       Extinct (ausgestorben)

·       Extinct in the wild (nur in Gefangenschaft lebend)

·       critically endangered (vom Aussterben bedroht)

·       endangered (stark gefährdet)

·       vulnerable (gefährdet)

·       near threatened (gering gefährdet)

·       least concern (nicht gefährdet)

·       data deficient (keine ausreichenden Daten)

·       not evaluated (nicht eingestuft)

 

Im Jahre 2008 wurde diese Liste in besonderen Hinblick auf Säugetiere veröffentlicht. Das Ergebnis war erschreckend. 21 Prozent aller Säugetiere gelten offiziell als gefährdet. Würde man die Tiere mit ein rechnen, von denen nicht genug Daten zur Evaluierung vorlagen mit einrechnen, käme man auf einen Prozentwert von ca. 36%.

Uns erinnert diese Rote Liste stark an den „Sidney-Katalog“ in „Do Androids dream of electric sheep?“. In diesem Katalog werden alle Tierarten aufgelistet, die in artifizieller Form verfügbar sind. Neben den einzelnen Arten steht, ob der natürliche Bestand auf Erden noch gegeben ist. Diese Rote Liste repräsentiert also zusätzlich, wie nahe sich unsere Welt schon an der Welt des PKDs befindet.

 

 

Literaturverzeichnis:

 

IUCN UK Office, The IUCN Red List of Threatened Species, http://www.iucnredlist.org, 2008, 16.5.09.

 

Büchner, Wolfgang und Rüdiger Ditz, Künstliche Vierbeiner. Roboter-Hund soll US-Soldaten helfen., In: Spiegel Online: Wissenschaft, Hg: Spiegel Online, http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,281555,00.html, 2004, 15.5.09.

 

News Networld Inernetservice, Roboter für einsame Singles: Computerhund “Waldi” ist ein künstliches Gegenüber, In: news. At, Hg. News Networld Internetservice GmbH, http://www.news.at/articles/0435/543/91050/roboter-singles-comueputer-waldi-gegenueber, 2004, 15.5.09.

17.5.09 15:50


Der Mensch als Kollateralschaden

Kissmet und Actroid als potentielle Bedrohung der Menschheit.

 

In den vorangegangenen Blogs haben wir darüber berichtet, wie die Welt des PKD in Bezug auf künstliche Menschen und Androiden beschaffen ist und welche Thesen sie zusammenhalten. Wie sieht es allerdings konkret in der heutigen Gesellschaft aus? Welche Roboter und Androiden, gibt es schon die auch als solche deklariert werden? Die Robotertechnologie ist schon viel weiter entwickelt, als die breite Masse glaubt – soviel sein schon einmal vorweg genommen.

 

Wenn man das Wort „Roboter“ hört, denkt man in erster Linie an ein Land. Japan. Unser erstes Beispiel kommt jedoch aus Massachusetts in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelte einen Roboter mit Namen „Kissmet”. Dieser sieht zwar nicht sehr menschlich aus, kann jedoch erstmals menschliche Emotionen generieren und an sein Gegenüber anpassen. Die Entwickler dieses Roboters arbeiten mittlerweile fieberhaft daran, die gesamten menschlichen Emotionen kopierbar zu machen um „Kissmet“ noch menschlicher zu machen. Dieser Schritt könnte, unserer Meinung nach, auch der erste der Firma Penfield in Blade Runner gewesen sein, als sie die Stimmungsorgeln entwickelten die wir in einem unserer letzen Einträge schon erwähnten.

Nun aber zum Geburtsland der Robotertechnologie. Japan. Osaka um genau zu sein. Die Osaka University hat 2003 einen Roboter vorgestellt, der haargenau aussieht wie eine durchschnittliche japanische Frau. Ihr Name klingt weniger Durchschnittlich: Actroid. Die erste Generation dieses Roboters bestach durch die hohe Ähnlichkeit zu einem Menschen. Silikonhaut, Glanz in den Augen und eine Perücke die das menschliche Erscheinungsbild abrundete. Mittlerweile geht dieser Roboter schon in die fünfte Generation und hat sich auch dementsprechend weiterentwickelt. Actroid kann jetzt auch sprechen und ihre Bewegungen gleichen hinsichtlich der Schnelligkeit auch schon denen eines Menschen. Seit 2005 wird Actroid auch als Messehostess eingesetzt.

 

Für uns hat Actroid eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Robotern in „Second Variety“. Sie ist so ausgereift dass man sie (fast) nicht mehr als Roboter identifizieren würde. Bei ihr kann uns das nicht gefährlich werden. Wenn diese Roboter jedoch in naher Zukunft selbstständig denken können, dauert es sicher nicht mehr lange bis der Mensch beschließt, diese Maschinen für Kriegszwecke einzusetzen. Hier beginnt die verheerende „Nebenwirkung“ der gesamten Robotertechnologie. Wenn wir unsere „Feinde“ nicht mehr von uns selbst unterscheiden können, wird es für den Menschen unmöglich sein weiterhin der Überlegene zu sein.

 

„As the Tassos reached for him, a last ironic thougth drifted through Hendricks‘ mind. He felt a little better, thinking about it. The bomb. Made by the Second Variety to destroy the other varieties. Made for that end alone. They were already beginning to design weapons to use against each other.”

 

Eins wird sicher sein, und das bestätigt uns auch „Second Variety“. In einem Krieg der Maschinen gibt es einen Verlierer der schon vor jeglicher Kampfhandlung feststeht. Jedoch nur als Kollateralschaden. Der Mensch.

 

 Literaturverzeichnis

Briseño, Cinthia: Humanoide Roboter. Eine Lady aus Blech kann keine Gefühle haben. In: Stuttgarter Zeitung online.  Hg. Stuttgarter Zeitung online, https://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1962813_0_2147_humanoide-roboter-eine-lady-aus-blech-kann-keine-gefuehle-haben.html, 2009, 1.5.2009.

 

Wikimedia Foundation. Inc, Actroid, Wikipedia. The Free Encyclopedia, Hg. Wikimedia Foundation. Inc, http://en.wikipedia.org/wiki/Actroid, 10.5.09.

 

Dick, Philip K., Second Variety (zu Studienzwecken kopierte Ausgabe).

14.5.09 17:29


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